Aufruf der linksjugend ['solid] köln zur Colognepride 2015.
Inzwischen
ist man sich in linken Kreisen einig: Cristopher Street Day, das ist doch
nichts weiter als ein rosa Karneval. Doch Homosexualität, Transsexualität und
queere Lebensrealität hat leider nicht viel mit allseits akzeptierter Folklore
zu tun. Alleine in den letzten Jahren erfasste die Berliner Statistik
mindestens 90 Straftaten aus Hass gegen Homosexuelle. Von der Dunkelziffer, den
täglichen Diskriminierungen und den riesigen Demonstrationen „besorgter Eltern“
einmal abgesehen. Trans- und Homosexuelle müssen jeden Tag mit Beschimpfungen
und auch Gewalt rechnen. In Istanbul wurde dieses Jahr der CSD von der Polizei
mit Tränengas und Gummigeschossen angegriffen, weil Ramadan war.
Stonewall means fight back!
Dies
erinnert schmerzlich an die Entstehung des Cristopher Street Days. In den
frühen Morgenstunden des 28. Juni 1969 fand in der Bar Stonewall Inn der
sogenannte Stonewall-Aufstand statt. Die New Yorker Polizei schikanierte damals
immer wieder Schwule, Lesben und Transsexuelle, verprügelte sie und führte
Razzien durch. An diesem Tag schließlich erhoben sich die Schikanierten und es
gab wochenlang in der Cristopher Street gewalttätige Auseinandersetzungen mit
der Polizei. Betroffene wollten das erlittene Unrecht nicht weiter hinnehmen
und sich wehren. Die Privilegien der Heterosexuellen sollten auch für sie
gelten.






