Am 19. März traten geflüchtete Menschen, zunächst in
Würzburg, dann in immer mehr Städten in der BRD in den Streik.
Ihr Protest richtet sich gegen rassistische Unterdrückung,
durch Sammelunterbringung und Abschiebungen, verzögerte
Bearbeitung der Asylanträge und dass es ihnen unmöglich
gemacht wird legal zu arbeiten. Dies hat Methode: die
Geflüchteten sollen unter Kontrolle (Stichwort:
Residenzpflicht) und in staatlicher Abhängigkeit verbleiben,
z.B. von „Asylbewerberleistungen“.
Um weiter Druck aufzubauen haben sich die geflüchteten
Aktivist*innen entschieden die Streikcamps zu verlassen und in
einem Protestmarsch von Würzburg nach Berlin zu laufen.
Zeitgleich wollen Unterstützer*innen (die aktuell nicht von
Flucht betroffen sind) eine Info-Tour durch Westdeutschland
starten, um auf die Anliegen des „Flüchtlingsstreiks“
aufmerksam zu machen. Eine Station wird Köln sein. Es sind
mehrere Aktionen und Veranstaltungen geplant (und bereits
gelaufen), so auch eine Unterstützer*innen-Demonstration, am
06.10., in Solidarität mit den geflüchteten Menschen, gegen
Alltagsrassismus und die Asylgesetzgebung.
Immer wieder wird in der Öffentlichkeit (z.T. auch in der
„linken Öffentlichkeit“) von „politisch Verfolgten“ und
„Wirtschaftsflüchtlingen“
gesprochen. Mit der Demo wollen wir dem Gut-Böse-Schema etwas
entgegensetzen. Denn Flucht, aus materieller und
existenzieller Not heraus – welche in den Herkunftsländern der
Geflüchteten durch kapitalistische Ausbeutung und die
marktwirtschaftliche Dominanz des ‚weißen‘ Westens entsteht –
ist immer legitim! Gleichzeitig richtet sich die Demo gegen
rassistische Diskriminierung, die wir tagtäglich in Köln
erleben. Zum Beispiel wenn die Polizei in Kalk-Nord Menschen
aufgrund ihres als ‚nicht-weiß‘ wahrgenommenen Aussehens oder
Namens kontrolliert und schikaniert.
Rassismus fängt also an bei: „Ich habe nichts gegen die, aber
…“ und hört mitnichten dort auf, wo jährlich unzählige
Menschen vor der Küste Europas durch Frontex zwecks
europäischer Grenzsicherung zu Tode gebracht werden. Er hört
nicht auf, weil er ein Mittel zur Herrschafts-
und Privilegiensicherung darstellt.
Um sich dagegen zu wehren, müssen wir uns unserer eigenen
Position bewusst werden, uns austauschen, Menschen mit
Fluchterfahrungen zuhören und von einander lernen. Wir gehen
auf die Straße, gegen den täglichen Rassismus und um in einem
solidarischen Akt den „Flüchtlingsstreik“ zu unterstützen.
Kommt zur Support-Demo am 06.10.2012 um 15:00 Uhr zum
Ottmar-Pohl-Platz in Kalk. Seid kreativ. Die Demo soll einen
bunten und offenen Charakter haben. Unterstützt die
Forderungen der Geflüchteten.
Die Forderungender geflüchteten Aktivist*innen:
sofortiger
Stopp aller Abschiebungen! keine
Lagerunterbringung! Aufhebung der
Residenzpflicht! schnellere Bearbeitung der Asylanträge,
denn Asyl ist ein Menschenrecht und kein Privileg!
Mehr Infos zum Protestmarsch unter:
refugeetentaction.net